Kind der Mitarbeiterin erkrankt

In meinem Hofladen beschäftige ich vier Mitarbeiterinnen auf Teilzeitbasis. Alle haben Kinder und natürlich werden die Kinder auch mal krank. Bisher konnten wir das immer mit Arbeitstag-Tausch oder Arbeitszeitverschiebung lösen. Doch nun ist das Kind einer Mitarbeiterin so erkrankt, dass sich die Mutter mindestens zwei Wochen kümmern muss und nicht zur Arbeit kommen kann. Ich habe gehört, Mitarbeiter können sich zur Betreuung ihrer kranken Kinder freistellen lassen. Wie lange ist das möglich und wer zahlt in dieser Zeit den Lohn?

Die Betreuung erkrankter Kinder stellt für Arbeitnehmer einen persönlichen Hinderungsgrund dar, nicht zur Arbeit zu erscheinen. Als Arbeitgeber müssen Sie den betreffenden Mitarbeiter in diesen Fällen von der Arbeit freistellen.

Ob Sie für die Zeit der Freistellung allerdings auch die Vergütung fortzahlen müssen, ist abhängig vom Einzelfall. Nach § 616 BGB ist der Arbeitgeber in der Pflicht, wenn der Arbeitnehmer „für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit aus persönlichem Grund ausfällt“. Hierunter fällt auch die notwendige Betreuung erkrankter Kinder von bis zu zehn Tagen pro Kalenderjahr. Der Vergütungsanspruch nach BGB kann im Arbeitsvertrag aber ganz ausgeschlossen werden. Häufig finden sich in Tarif- und Arbeitsverträgen allerdings Sonderregelungen zur Freistellung und Lohnfortzahlung im Fall erkrankter Kinder der Mitarbeiter. Häufig sind bestimmte Höchstgrenzen an Tagen festgelegt, für die der Arbeitgeber Lohn fortzahlen muss. Diese Regelungen stehen dann über den gesetzlichen Regelungen im BGB.

In Nordrhein-Westfalen sehen beispielsweise weder der Manteltarifvertrag für Landarbeiter in Westfalen-Lippe noch der für das Hotel- und Gaststättengewerbe in NRW Lohnfortzahlung im Falle der Erkrankung der eigenen Kinder vor. Sind Sie als Arbeitgeber nicht zur Lohnfortzahlung verpflichtet, haben gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer einen Anspruch auf Krankengeldzahlung für maximal zehn Tage für jedes erkrankte, pflegebedürftige Kind unter zwölf Jahren, das sogenannte Kinderkrankengeld. Für Alleinerziehende verdoppelt sich der Anspruch auf 20 Tage jährlich. Die Anzahl der möglichen Freistellungstage bezieht sich jeweils auf ein Kalenderjahr und gilt nur für Kinder unter zwölf Jahren.

Bernadette Epping (HOFdirekt 01/19)


Foto: Kaspars Grinvalds/stock.adobe.com