Christbaum umtauschen?

Im vergangenen Jahr wollte ein Kunde den am Tag zuvor gekauften Christbaum umtauschen. Er war zu breit und passte nicht in die vorgesehene Ecke im Wohnzimmer. Aus Kulanz haben wir die breite gegen eine schmale Tanne umgetauscht. Doch wie sieht die Rechtslage in Sachen „Christbaum umtauschen“ tatsächlich aus?

Grundsätzlich hat der Kunde nur dann ein Umtauschrecht, wenn sich gezeigt hat, dass der Christbaum objektiv mangelhaft ist, dass ihm also minderwertige Ware verkauft wurde. Wenn er nach dem Kauf jedoch lediglich feststellt, dass ihm der Baum doch nicht gefällt oder er nicht für den konkret beabsich­tig­ten Zweck geeignet ist, ergibt sich hieraus noch kein Umtauschrecht. Im Handel wird daher bei Nichtgefallen auch nur aus Kulanz oder aufgrund vorheriger Vereinbarung umgetauscht. Gesetzlich vorgeschrieben ist dies jedoch nicht.

Bei „Nichtgefallen“ hat der Kunde nämlich allenfalls dann ein Umtausch­recht, wenn er den Baum nicht vor Ort, sondern per Fernkommunikation (Internet, Telefon, Brief) gekauft hat, da ihm bei dieser besonderen Art des Kaufs ein Widerrufsrecht von mindestens 14 Tagen zusteht. Aber auch in diesem Fall kann der Kunde den Kauf nur dann widerrufen, wenn die Ware nicht schnell verderben kann. Wurde also ein Baum bestellt, der eingepflanzt in einem Topf übersandt wird, hat der Kunde ein Widerrufsrecht. Einen bereits geschlagenen Baum kann er hingegen nicht zurücksenden.

Christian Hemmer


Foto: B. Lütke Hockenbeck